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Teil 1


Monday Night Wars steht stellvertretend für den Kampf um die besseren Einschaltquoten (Ratings) im Professional Wrestling zwischen World Wrestling Federations Monday Night Raw und World Championship Wrestlings Monday Nitro vom 4. September 1995 bis zum 26. März 2001. Der „Krieg“ endet nach dem Kauf der WCW durch die WWF. Bis es aber soweit gekommen ist, liegen knapp sechs historische Wrestling Jahre vor allen Beteiligten und Fans.

Bevor das Duell beginnt, strahlt WWF jeden Montag zur Prime-Time die aufgezeichnete Raw Show auf dem Sender usa aus. WCW war samstags im Nachmittagsprogramm zu sehen. Ted Turner, unter anderem Besitzer der WCW, will allerdings mit der McMahon Company mithalten und fragt deshalb Eric Bischoff Mitte 1995, was die Company dafür tun müsse. Bischoff, obwohl er nicht mit der Zustimmung Turners rechnet, sieht nur einen Weg zum Ziel: WCW muss an einem Wochentag zur Prime-Time ausgestrahlt werden. Zur Überraschung aller überlegt Ted Turner nicht lange und gibt Eric Bischoff für die WCW einen Prime-Time Slot auf dem TNT Channel, montags gegen Raw!


Die erste Monday Nitro Show, allerdings nur einstündig, wird am 4. September 95 ausgestrahlt und schlägt sogleich Monday Night Raw bei den Ratings (2,5 zu 2,2). Sofort gelingt Bischoff & Co mit der Verpflichtung und dem Auftritt von Lex Luger eine Überraschung. Luger, der bereits zwischen 1987 und 1992 für die Company tätig ist, wechselt als WWF Top Star zur WCW. Einen Tag vor seinem WCW Auftritt tritt das Muskelpaket noch bei einer WWF House Show auf. Lugers guter Freund Sting weiß zu diesem Zeitpunkt um den Vertragsstatus Lugers und überzeugt Bischoff, „The Total Package“ zu verpflichten. Mit dieser unerwarteten Verpflichtung, nur Bischoff und Sting wissen davon, gelingt der erste deutliche Fingerzeig. Den Fans wird direkt verdeutlicht, dass wegen der Liveübertragung zu jeder Zeit etwas Unerwartetes passieren kann. Durch den Deal verdeutlichen die Verantwortlichen außerdem, dass WWF Topstars verpflichtet werden und Luger wohl nicht der einzige Star bleiben wird.

Vince McMahon schmeckt das Kopf-an-Kopf Duell zu der Zeit nicht. Er glaubt, Turner und Bischoff strahlen Nitro nur montags zur gleichen Zeit aus, um der WWF zu schaden. Zur Anfangszeit strahlt WCW „where the big boys play“- Segmente aus und zeigt darin aktuelle WWF Wrestler, die in der WCW Matches verloren haben. Darin sind die späteren Aushängeschilder der WWF, „Stone Cold“ Steve Austin, The Undertaker oder auch Triple H zu sehen. WWF kontert mit Parodien über Ted Turner (Billionaire Ted), Randy Savage als „The Nacho Man“, Hulk Hogan als „The Hukster“ und Scheme Gene statt Gene Okerlund. Bei Nitro beginnt Bischoff außerdem, Matchausgänge von Raw zu verraten, da zu dieser Zeit die Raw Show aufgezeichnet wird. Viele Fans und WWF Verantwortliche haben für diese Aktion kein Verständnis, doch Bischoff oder stellvertretend die Kommentatoren führen dieses Ritual fort und schaden Jahre danach der eigenen Company damit. Einen weiteren Nadelstich gelingt Turner mit der Verpflichtung von WWF Women’s Champion Madusa (in der WWF als Alundra Blayze unterwegs). Sie befördert ihren Titel live bei Nitro in einem Mülleimer.

Zwischen dem 4. September 95 und dem 13. Mai 96 gewinnt Monday Nitro 16 mal das Ratingduell. Monday Night Raw siegt im gleichen Zeitraum 15 mal, nur am 9. Oktober 95 liegen beide Shows gleich auf (Rating von 2,6).

Der Mai 96 wird ein wichtiger Monat. Nitro wird ab sofort zwei Stunden ausgestrahlt. Am Memorial Day greift WWF Star Razor Ramon unter dem Namen Scott Hall in ein Match ein und verkündet, dass WCW einen Krieg will und ihn auch bekommen wird. Hall, der einen hoch dotierten Vertrag mit der WCW eingeht, fordert die besten WCW Wrestler auf, ihre Company gegen ihn und seine Freunde zu verteidigen. Er ist der Beginn der New World Order und der vorzeitige Sieg bei den Ratings für 84 Wochen! Nach seinem ersten Auftritt verspricht Hall eine große Überraschung, die sich als Kevin Nash herausstellt. Die ehemaligen WWF Stars nennen sich als Team „The Outsiders“ und sind immer wieder unerwartet bei Nitro zu sehen, gerne auch im Publikum. Auf die Fans wirkt es so, als stünden beide noch unter WWF Vertrag und wollen die WCW herausfordern.

Für den Bash at the Beach kündigen sie einen dritten Mann an, der ihnen gegen Lex Luger, Randy Savage und Sting zur Seite steht. Das Match starten sie allerdings zu zweit, der mysteriöse dritte Mann sei aber im Gebäude, so die Outsiders gegenüber „Mean“ Gene Okerlund. Während des Matches wird Luger auf einer „verletzungsbedingt“ aus der Halle getragen und die Fans auf eine falsche Fährte gelockt. Als Hall und Nash das Match dominieren, kommt Hulk Hogan plötzlich in den Ring. Zur Bestürzung der Fans attackiert ihr Liebling allerdings Randy Savage, verbündet sich mit The Outsiders und gründet die nWo. Die Fans, viele sind zu diesem Zeitpunkt noch Marks, trauen ihren Augen nicht und werfen vor Wut ihre Trinkbecher und sonstigen Müll in den Ring.

Neben unzähligen Fans, die Nitro Ratings steigen auf einen dreier Schnitt an, verfolgt auch WWF das Geschehen und klagt gegen ihren Konkurrenten. Ihrer Meinung nach proklamiert Bischoff & Co, dass Hall und Nash Angestellte von McMahon sind und das Gimmick von Hall sowieso viel zu sehr Razor Ramon, an den WWF die Copyright Rechte hält, ähnelt. Die Klage wird vertagt und 2001 mit der Übernahme nichtig.

Während die nWo bei der WCW reagiert, steckt die WWF in einem kreativen Loch und versucht Ende 1996 verzweifelt, die Zuschauer zurück zu gewinnen. So wird ein Angle mit Brian Pillman und Steve Austin ausgestrahlt, bei dem mehrmals das Wort „Fuck“ nicht zensiert wird. Die Woche danach muss sich WWF und Pillman für diesen Ausdruck entschuldigen.

Am 3. Februar 97 wird auch Raw zweistündig ausgestrahlt und die Attitude Era eingeleitet. Am 17. Februar, die Ratings der WWF liegen bei 2,1 (Nitro bei 2,9) fordert Jerry „The King“ Lawler die ECW heraus. Kurz darauf sind die ECW Stars Taz, Sabu, Tommy Dreamer, The Sandman, D-von Dudley und Mikey Whipwreck bei Raw im Einsatz. Auch der ECW Besitzer, Paul Heyman, wird bei Raw in die Shows involviert und konfrontiert am 10. März 97 Jerry Lawler im Ring mit ECW Stars. Seit diesem Moment wird Monday Night Raw in Raw is War umbenannt. Doch nicht nur die ECW Wrestler treten jetzt bei Raw auf, mit der D-Generation X, der Nation of Domination und deren rassistische Graffiti Storyline gibt es nun auch kontroverse Showelemente.

Bei Wrestlemania 13 wächst mit „Stone Cold“ Steve Austin für die WWF ein echter Superstar heran, doch um den Summerslam herum verletzt sich „die Klapperschlange“ am Nacken und kann für drei Monate kein Match bestreiten. Obwohl Austin trotzdem jede Woche zu sehen ist, muss er ersetzt werden. Dafür ist beispielsweise ein Shawn Michaels oder auch Bret Hart vorgesehen. Allerdings befindet sich die McMahon Company in finanziell schwieriger Lage. Vince bittet deshalb Bret, die Company zu verlassen. Der damalige Titelträger willigt schweren Herzens ein und bestreitet bei der Survivor Series 1997 sein bisher letztes Match für die WWF, bevor er bei der WCW zu sehen ist. Vor den kanadischen Fans will Hart den Titel nicht verlieren, doch McMahon hat Angst, dass Bret den Titel mit zur WCW nimmt und hintergeht deshalb den Hitman, der sich in einem Sharpshooter von Michaels befindet, als Referee Earl Hebner plötzlich die Ringglocke läuten lässt und HBK zum neuen Champion kürt. Es kommt zum legendären Montreal Screwjob. Bret ist außer sich, bespuckt McMahon, zerstört TV Equipment und ist fortan bei Ted Turner unter Vertrag. Mit ihm, Hogan, Nash, Hall, Sting, Flair , Savage, Luger, DDP und den aufstrebenden Cruiserweights und dem Screwjob sieht sich die WCW auf dem Weg zum Sieger. Ihre Ratings sind sowieso schon besser, einige WWF Stars wie Owen Hart oder Mick Foley wollen sogar McMahon wegen dem Screwjob den Rücken kehren. Was soll jetzt also noch schief gehen? Obwohl Owen und Foley bei der WWF bleiben müssen, gelingt der WCW mit dem PPV Starrcade ihre höchste Buyrate. Die Show wird mit dem Main Event Hulk Hogan vs. Sting umworben. Das Match endet kontrovers. Nick Patrick, Referee, zählt für Hogan einen schnellen Three Count durch. Bret Hart kommt (bei seinem PPV Debüt) danach in die Halle und erklärt, keine weiteren Screwjobs mehr zuzulassen! Deshalb lässt er das WCW Titelmatch neu starten. Sting gewinnt zwar das Match, doch der Titel wird für vakant erklärt. Viele Fans sind von diesem Matchausgang enttäuscht und verwirrt. Sie fragen sich, warum Bret eine Referee Entscheidung zurück nehmen kann und das Match neu starten darf.


WWF sieht ihre Chance gekommen. Durch den Montreal Screwjob muss Vince McMahon nicht viel zutun, um von den Fans gehasst zu werden. Im Frühjahr 98 beginnt sich das Blatt langsam zu wenden (Raw Rating vom 5:4: 4,7, Nitro 4,6). „Stone Cold“ Steve Austin dominiert als WWF Champion das Geschehen und leitet die Attitude Era ein. Diese Ära, geprägt von Vince McMahon, Austin, The Rock, der Tag Team Division rund um die Hardy, Dudleys etc. und mit Vince Russo als Head Writer, steht für CrashTV: Kurze Matches, Backstage Segmente und Schockierendes. Mit dem Charakter „Mr. McMahon“ ist ein allzeit gehasster Typ gefunden, der die Faces hintergehen möchte und die Heels zum Sieg führen will. Nach WM XIV beginnt die wohl bekannteste Wrestling Fehde überhaupt: Vince McMahon vs. „Stone Cold“ Steve Austin. Die Fans lieben Austin und hassen McMahon abgöttisch. Am Tag des Titelgewinns von Austin (Raw nach Wrestlemania) besiegt die Show Nitro in der ersten Stunde, doch die zweite Stunde und der Tagessieg geht an die WCW. Am 6. April bietet sich ein ähnliches Szenario. Raw hat in der zweiten Stunde die höheren Ratings, doch Nitro insgesamt die höhere Quote.

(Sascha)

Fortsetzung (2. Teil)